In seiner Stellungnahme kritisiert und ergänzt der vds den Antrag der Grünen zur Schulform für kranke Schüler, mit Fokus auf psychisch und somatisch Erkrankte, digitale Unterrichtsformen und systemische Kooperationen.
Lesen Sie hier die gesamt Stellungnahme.
Anmerkungen zum Antrag
- Der Antrag konzentriert sich auf somatisch Erkrankte, während die Mehrheit psychisch erkrankter Schüler*innen in Kinder- und Jugendpsychiatrien behandelt wird.
- Besondere Bedürfnisse psychisch erkrankter Schüler, wie soziale Schwierigkeiten, erfordern differenzierte Ansätze.
- Digitale Unterrichtsformen können bei Angststörungen, Zwangsstörungen und Essstörungen problematisch sein, da sie Verschärfungen bewirken können.
- Erfahrungen aus der Pandemie zeigen, dass Distanzlernen bei vielen Schüler*innen zu Rückzug und Stress führt.
- Es besteht Bedarf an multidisziplinärer Zusammenarbeit von Pädagogik, Psychologie und Medizin.
- Unklar bleibt, wer über die Aufnahme an einer Online-Schule entscheidet.
- Schüler*innen mit längeren Schulabsentismus benötigen systemische, ressourcenreiche Interventionen, nicht nur schulische Angebote.
- Viele Schüler*innen sind für Onlineunterricht nicht funktionsfähig; Ausstattung und Ressourcen sind unzureichend.
- Abschlussprüfungen an der Online-Schule sind für psychisch erkrankte Schüler*innen schwer zu bewältigen.
- Präsenzunterricht bleibt zentrale Lernform, digitale Angebote nur für spezielle Fälle.
- Heimatschulen sind essenziell für nachhaltigen Erfolg; sie brauchen Unterstützung und Integration in die Schulentwicklung.
- Die Bezeichnung „Schule für Kranke“ sollte entstigmatisiert und in „Schulisches Zentrum für Pädagogik bei Krankheit“ geändert werden.
- Ressourcen für Beratung, Kooperation und Wiedereingliederung sind notwendig.
- Die 20-Tage-Regelung sollte aufgehoben werden, um individuelle Förderbedarfe zu berücksichtigen.
Merkmale der Schule für Kranke
- Enge Kooperation mit Kliniken und therapeutischen Einrichtungen.
- Individueller, ressourcenorientierter Zugang, soziale Integration.
- Fokus auf Krankheitsbewältigung, Digitalisierung, Elternarbeit.
- Schule als stabiler Rahmen, Lehrkräfte als unterstützende Instanz.
- Trennung von Therapie und Pädagogik, wie Herzka formuliert.
Kernforderungen des vds-NRW
- Schulformbezeichnung entstigmatisieren, z.B. „Schulisches Zentrum für Pädagogik bei Krankheit“.
- Ressourcen für Beratung, Kooperation, Übergangsmanagement.
- Flexiblere Regelungen für Schüler*innen nach Klinikaufenthalten.
- Abschaffung der 20-Tage-Regel, Orientierung an Förderbedarf.
