Gutachten zum Wissenschaftlichen Prüfauftrag zur steigenden Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung

zwei Personen sitzen an einem Tisch und arbeiten an Ihren Laptops

In seiner Stellungnahme nimmt der Verband Sonderpädagogik NRW Bezug zu Empfehlungen für die Reform der Unterstützungssysteme für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Nordrhein-Westfalen.

Lesen Sie hier die gesamte Stellungnahme.

Hauptthemen und Empfehlungen

  • Klare, kompetenzorientierte Definitionen für sonderpädagogische Bedarfe sollen entwickelt werden, um Unterstützung gezielt zu bestimmen und Defizite zu vermeiden.
  • Frühprävention im Bildungssystem wird gefordert, um Risiken frühzeitig zu erkennen und langfristige Förderquoten zu senken, insbesondere durch Screeningverfahren und gezielte Ressourcen.
  • Ressourcensteuerung soll stärker präventiv ausgerichtet werden, mit einer systembezogenen Zuweisung, die auf Sozialindex und Leistungsdaten basiert, um Unterstützung bedarfsgerecht zu steuern.
  • Digitalisierung und Standardisierung der Verfahren sollen Verfahrensabläufe vereinheitlichen, beschleunigen und Qualität sichern, inklusive digitaler Test- und Auswertungsverfahren.
  • Regionale Expertisestellen sollen die Qualität der Diagnostik sichern, multiprofessionell arbeiten und auf Schulamts-Ebene angesiedelt sein, um lokale Bedingungen besser zu berücksichtigen.
  • Professionalisierung soll phasenübergreifend durch kontinuierliche Fortbildungen, Wissenschafts-Praxis-Kooperationen und Coaching gestärkt werden.
  • Eine Kultur der Beteiligung und Aufklärung wird gefordert, inklusive barrierefreier Dokumente und partizipativer Formate mit Schülern und Eltern.
  • Ein gemeinsames Arbeitsbündnis soll die Umsetzung der Empfehlungen fördern, wobei der Verband seine Expertise in den Prozess einbringen möchte.

Kernpunkte der Stellungnahme

  • Die Unterstützung soll entlang konkreter Entwicklungs- und Kompetenzbereiche definiert werden, um eine defizitorientierte Sicht zu vermeiden.
  • Frühprävention durch Screening und gezielte Ressourcen ist essenziell, um Bildungsungleichheit abzubauen.
  • Ressourcen sollen flexibel und auf Basis von Daten verteilt werden, um präventive Maßnahmen zu stärken.
  • Digitale Verfahren sollen standardisiert, datenschutzkonform und in der Auswertung effizient sein.
  • Expertisestellen sollen multiprofessionell, regional verankert und eng mit Schulen, Eltern und Fachstellen zusammenarbeiten.
  • Fortbildungen sollen wissenschaftlich fundiert, kontinuierlich und ko-konstruktiv gestaltet werden.
  • Beteiligungskultur soll Barrieren abbauen, transparente Abläufe schaffen und Eltern sowie Schüler aktiv einbinden.
  • Das Arbeitsbündnis soll die Umsetzung der Reformempfehlungen koordinieren, wobei der Verband eine aktive Rolle übernimmt.